Der Jugendschutz, Nintendo und die Politiker
Videospiele gewinnen immer mehr an Bedeutung in unserer Gesellschaft und die Games werden immer vielseitiger. Ein Thema was die Politiker noch nie in Ruhe lies. Hauptsächlich aus Amerika kommen die stärksten Kritiken, die durch die Amokläufe in Schulen immer wieder aufgewirbelt werden. Es wurden Videospiele in den Zimmern der verantwortlichen Kinder gefunden. Die einfachste Lösung, was in der Politik ja sehr beliebt ist, ist mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. In diesem Fall auf die Videospiele! An sich sehr einfach, für alle Menschen die sich nicht näher damit befassen. Klingt ja auch sehr einleuchtend. Man sieht Jugendliche vor einem Bildschirm wie sie durch Knopfdruck Menschen töten.
Aber so einfach ist das nicht. Ein Mensch der virtuell Dampf ablässt ist keine Tötungsmaschine. In Videospielen, Filmen, Extremsport und anderen Aktivitäten werden wir einer Stresssituation ausgesetzt. Das Adrenalin wird freigesetzt was beim Menschen zu einem aufregenden Gefühl werden kann. Das ist der Grund warum sich Menschen mit einem Seil von der Klippe springen, wir uns Horrorfilme ansehen und Videospiele spielen. Wie wir die verschiedenen Situationen verarbeiten, was ein sehr wichtiger Faktor ist, hängt ganz alleine von unserem Umfeld ab.
Dazu möchte ich ein Experiment aus dem Buch “Soziale Intelligenz” von Daniel Goleman niederschreiben. Ein Experiment was erklären soll warum wir uns freiwillig diesen Stresssituationen aussetzen was schon im sehr jungen alter anfängt. Oder wisst ihr warum sich Kinder x-mal den Film Bambi reinziehen obwohl sie jedes mal weinen müssen wenn die Mutter stirbt?
Wir haben 2 kleine Affen. Beide Affen sind alleine bei ihrer Mutter im Käfig und werden von ihre sehr gut behandelt und gepflegt. Der einzige Unterschied, ein Affenbaby nehmen sie regelmässig aus dem Käfig und setzen es alleine in ein fremdes Gefängnis zu fremden Affen. Obwohl diese Affen dem Kleinkind nichts antun ist es eine Stresssituation für den Kleinen, es ist alleine in einer fremden Umgebung. Später setzen sie es wieder zu der Mutter zurück. Das andere Affenbaby wird keiner solchen Situation ausgesetzt und bleibt bis im späteren Alter ständig bei seiner Mutter.
Nun werden beide Affen mit ihrer Mutter in einen großen Raum gesetzt, voller Leckereien und Spielzeug die es zu entdecken gibt. Der Affe der immer kurzweilig von seiner Mutter getrennt wurde geht gleich auf Entdeckungsreise und probiert alles aus. Das andere Äffchen bleibt ängstlich bei seiner Mutter.
Also zur Antwort auf die Frage warum wir uns das antun: Es ist weil wir wissen das alles wieder gut wird. Wir wissen das wir uns auf einen verlassen können und im Notfall bei unseren Eltern, Kollegen immer wieder halt finden.
Trotzdem sollten auch Kinder nicht zu lange einer zu hohen Stresssituation ausgesetzt werden. Es darf den Kindern nicht über Monate Alpträume verschaffen, den auch das wird Nebenwirkungen haben. Oder würdet ihr einem Kleinkind einen Bungeeseil anbinden? So sollten auch verschiedene Videospiele in Maßen oder gar nicht von Kindern gespielt werden. Die Eltern sollten mit den Kindern darüber sprechen den nur so können verschiedene Erfahrungen verarbeitet werden. Sie müssen wissen das es einen Rückhalt gibt.
Aber was ist mit Jugendlichen, die länger einer solchen Situation ausgesetzt werden und aus einer Familie stammen die keinen Rückhalt bieten kann? In einer Familie wo der Vater trinkt und die Mutter sich gleichgültig zeigt. Diese Kinder kennen das Gefühl nicht, dass alles wieder gut wird und glauben solche gewalttätige Reaktionen und Lösungen seien normal. Irgendwann werden diese Menschen verrückt und werden zur einzigen Lösung greifen die sie kennen.
Also nützt es nichts die Fehler bei den Videospielen zu suchen, auch wenn dies für die Politiker einfacher ist als etwas gegen die “kaputten” Familien zu tun.
Trotzdem sollten die Videospielkonzerne den Eltern die Möglichkeit geben zu wissen was ihr Kind wie lange spielt. Wo man Nintendo absolut nichts vorwerfen kann. Vielleicht eher im Gegenteil, sie könnten vielleicht manchmal etwas lockerer an die Sache rangehen.
Mit Nintendos Massenprodukte werden vielleicht auch gleich die Politiker zu Videospielen greifen. Denn wir wissen ja, es wird alles wieder gut.










13 Kommentare zu “Der Jugendschutz, Nintendo und die Politiker”
1. Lavan
2. VidocQ
Schuld haben immer die anderen, vieles liegt ja auch an der Waffen Kultur in Amerika es ist zu einfach an Waffen zu kommen es könnte ja sein das die Britten wieder kommen ;) Aber dagegen macht die Politik in den USA nicht viel, hat doch die Waffen Lobby einen recht großen Einfluss in den USA. Wenn man hier erstmal Ordentlich aufräumen würde wäre schon viel erreicht und so manches Massaker nur sehr schwer wenn überhaupt möglich! Auch viele Eltern in den USA führen ihre Kinder schon an Waffen ran so ist es doch auch kein wunder das Pistole und Gewehr mehr als Spielzeug betrachtet werden.
3. DarkShiny
Sehr guter Text. Tja, warum sollte man sich die Mühe machen und den Familien helfen? Geht doch viieel einfacher, wenn man die Schuld auf etwas schiebt, dass man leicht verbieten kann … (Obwohl das Verbot meiner Meinung nach eher dafür sorgt, dass man die betroffenen Spiele erst recht spielt)
Schaun wir mal, wie’s in 5 Jahren ausschaut. Hoffentlich haben sie bis dahin gemerkt, dass es an ihnen liegt und nicht an den Games - manche Leute sind halt schwer von Begriff.
4. Nova
Hm, aber wenn jemand keinen PC/Konsole hätte und stattdessen Bücher lesen, Fernsehen gucken, für die Schule lernen und Sport treiben würde, wäre es auch nicht so weit gekommen. Also wäre es schon eine Lösung einfach die Spiele zu verbieten. Warscheinlich hätten sie sich dann ganz anders entwickelt. Ich finde es aber auch übertrieben einfach zu gucken “was hatte der Attentäter auf dem PC” und dann zu sagen das Spiel wäre dadran Schuld. Wenn das so wäre, würde Deutschland zu 1/4 aus potentiellen Attentätern bestehen.
Die meisten sehen solche “Killerspiele” (ich hasse diesen Begriff) eher als eine Art Sport an. Die Leute die solche Spiele mit dem realen Leben in Verbindung bringen sind krank und waren das auch schon vorher… Noch etwas das nicht zusammenpasst: Männer werden von der Regierung dazu gezwungen zu “emotionslosen Tötungsmaschinen” ausgebildet zu werden (Bund) und andererseits werden solche harmlosen, virtuellen Spiele verboten…
5. Wombel
Also das Beispiel mit den Affen find ich nicht ganz passend, das hat ja mit dem problem nicht viel zu tun bzw. es veranschaulicht nicht wie es zu “überreaktionen” kommt. Trotzdem ist es ein interessanter fall :)
Und die Schlussfolgerung ist ja auch richtig.
Die Familiären und Sozialen Umstände sind einfach der wichtigste Faktor wenn jemand zu gewalt neigt.
Wenn jemand nun diese neigung schon hat ist es nur wahrscheinlich das er auch gerne hauptsächlich videospiele spielt die diese neigung befriedigen. Oder Filme schaut in denen dies der hauptinhalt ist. Dies sind aber nur Symptome für den ohnehin vorhandenen schaden den derjenige durch ganz andere gründe genommen hat.
Was will ich damit sagen ? Der zusammenhang zwischen Videospielen und Gewalt ist nicht Kausal voneinander abhängig, wer in halbwegs “normalen” verhältnissen sozialisiert wurde, wird durch Videospiele kein erhötes gewaltpotential haben.
Wer schon zu Gewalt neigt wird hierdurch evtl. “Inspiriert” aber da Gewalt in allen Medien präsent ist kann jeder dieser einflüsse als “Inspiration” dienen.
Wichtig ist einfach immer wieder festzuhalten, dass Videospiele diese neigung nicht verursachen.
Aber solange Politiker nicht gewillt sind Reformen zu machen die unser Gesamtgesellschaftliches gefüge wieder zurecht rücken und somit die entwicklung von gewaltbereiten Jugendlichen unterbinden werden sie nicht aufhören mit solchen medialen schnellschüssen wie einem Videospielverbot um sich zu werfen.
Zum Glück gibts auch noch vernünftige menschen in diesem land und die unwissende Generation, die nicht verstehen um was es bei einem Videospiel geht und wie es wirkt, stirbt nach und nach aus und in 15 Jahren kräht kaum noch ein Hahn nach solch hartem Durchgreifen.
man man man… sorry das ich soviel geschrieben hab ^^
6. de Günn
@Nova: Man kann den Adrenalin Klick doch nicht verbieten. Auch in der Bücherwelt gibt es wie Spannung, Horror, u.s.w. Also kann auch dies zu ungewollten Reaktionen führen. Täglich ein Glas Wein ist gesund, trinkt man aber zu viel wird es schnell zur Krankheit. Was ich damit sagen will ist, im Massen können solche Adrenalin Klicks ganz gesund sein. Es gibt dem Menschen Selbstsicherheit und somit kann er schneller und besser Probleme lösen.
Somit auch zu Wombel: Das Experiment hat sehr viel damit zu tun. Es ist die Gewohnheit mit den Problemen umzugehen. Wie Selbstbewusst wir sind und wie es aus dem Lot gleiten kann. Es gibt sicherlich noch anschaulichere Experimente aber dies hier ist eins von dem ich weiss das es tatsächlich durchgeführt wurde.
7. Riku
Ich fand den Text super, bis ich dann zu [...] In einer Familie wo der Vater trinkt und die Mutter sich gleichgültig zeigt. Diese Kinder kennen das Gefühl nicht das alles wieder gut wird und glauben solche gewalttätige Reaktionen und Lösungen seien normal. [...] kam, ab da musste ich heulen.
Diesen Teil kenne ich nur zu gut. Na hoffentlich bewahrheitet sich der Rest nicht und ich werde noch verrückt.
Aber das was du schriebst, ist genau SO und nicht anders. Man kann den Videospielen einfach keine Schuld geben, denn nicht diese bringen mich zum ‘ausrasten’. Ich persönlich ziehe ein gutes Rollenspiel einem Ego-Shooter vor, da ich mich in Rollenspielen gut in meinen spielbaren Charakter versetzen kann und da teilweise Dinge passieren, mit denen ich nie rechnen würde. Da steigt das Adrenalin, besonders bei den teilweise schon dicken Bosskämpfen.
Trotzdem würde ich, egal wie mies mein Umfeld auch ist, nie mit einer Gunblade (Squall | FF8) in eine Schule rennen.
8. impact
sehr schöner text
9. Kr33p1ND3atH
@Nova: Auch ohne PC-Spiele wär es soweit gekommen. Ein Großteil der Studien, die gemacht wurden, haben gezeigt, dass PC-Spiele ähnlich wie Filme, keinen bzw. nur einen minimalen Einfluss haben auf die geistige Entwicklung. Fakt ist, dass Egoshooter grundsätzlich nichts weiter tun als die Reaktion und die Hand-Auge-Koordination zu schulen. Bei vielen führten sie sogar zu einem langfristigen Aggressionsabbau, jedoch bei nahezu keinem zu einem langfristigen Aggressionsanstieg. Diese mag zwar während des Spielens ansteigen, sinkt aber nach Beendigung des Spiels sehr schnell wieder ab, sodass ein Zusammenhang zwischen Aggression im Spiel und Aggression im Leben wissenschaftlich nicht haltbar ist.
Das Problem ist einfach die Tatsache, dass die meisten der Amokläufer Außenseiter waren und von ihren Mitschülern ignoriert oder gar attackiert, also wie Dreck behandelt wurden und ganz sicher nicht mit dem Respekt, den ein jeder Mensch grundsätzlich erst einmal verdient, ganz egal, wer er ist und was er tut. Kommt dann noch hinzu, dass auch Lehrer eine ähnliche Position einnehmen und/oder das Elternhaus zerrüttet ist (dieser Faktor ist selbstverständlich ebenfalls von zentraler Bedeutung wie de Günn in seinem Beitrag darlegt), hat man niemanden mehr, zu dem man mit seinen Problemen gehen kann. Das muss doch zwangsläufig zu dem Gefühl führen, dass die Welt gegen einen ist und in letzter Konsequenz dazu, dass man “austickt” und nach einer Lösung sucht. Für manche scheint die einzige Lösung, die sie noch sehen, ein Amoklauf zu sein. Dass aber auf die Spiele zu schieben, ist schlichtweg falsch und ich würde mich als Entwickler von sogenannten “Killerspielen” auch schwerer Verleumdung ausgesetzt fühlen und sogar überlegen, rechtlich gegen solche Meldungen, die wissenschaftlich so haltbar sind, wie meine Vorhersagen für das Wetter in 2 Wochen, vorzugehen.
10. de Günn
@Riku: Es gibt sicherlich Familien wo diese traurige Wahrheit statt findet das Umfeld (Schule, Freunde) aber ansonsten stimmt. Ich hoffe doch das du einen Rückhalt findest. Ansonsten raus mit deinen Aggressionen, ich (und sicher auch andere) hören dir gerne zu.
Ansonsten hoffe ich mit “schlecht” nicht das du dem Text unrecht gibst sondern leider einfach eine traurige Wahrheit entdeckt hast. Ansonsten hoffe ich das der Text einigen Leuten die Augen öffnet und auf die wirklichen Probleme hinweist.
11. Master of Brawl
ein genialer text und wirklich wahr. ich finde es aber auch schade dass andere kinder/jugendliche es ausbaden müssen wenn kinder die keinen respekt und ordnung haben sowas machen. aber das experiment mit dem affen ist lsutig. ich spiele solche spiele persönlich nicht, aber ich kann es niemadndem verbieten. wozu auch? haupsache ihr kommt nicht auf dumme ideen
12. Kilano
gott sei dank gibts jetz ne studie die bestätigt das killerspiele in keinster weise auswirkungen haben welche in amokläufen etc enden, fazit: wenn ein menschliches individum kaputt ist kann es ein buch, ein spiel….es kann alles mögliche zum auslösen sein.
und da es sich hierbei um “kaputte” handelt ist es in keinster weise mit dem normalen hardcore und schon garnich casual gamer in verbindung zu bringen.
Mein Reden, ich finde Leute die Hardcore Counter Strike, Quake und Unreal spielen ehrlich gesagt 100x angenehmer als die gesellschaft von sportlern aus schiessvereinen wie tontauben, etc…. ^^
13. Riku
Da hier das Thema “Killerspiele” aufkommt, möchte ich euch einfach mal ein Video ans Herz legen. -> http://de.youtube.com/watch?v=LnAVkJYo0hg
Sowas müsste man den Politikern oder Nachrichten-Sendern zeigen.. Die wissen echt GAR NIX!
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